Unterhalt nach Trennung

Du willst mehr über das Thema Unterhalt nach Trennung wissen? Welche Regelungen gibt es zum sogenannten nachehelichen Unterhalt? Was sind die Voraussetzungen dafür? Mit all diesen Fragen wollen wir uns in dem folgenden Beitrag beschäftigen. Doch lies einfach selbst nach…


Nachehelicher Unterhalt: Was sind die Voraussetzungen?

Nach der Trennung gilt zunächst einmal ein Anspruch auf sogenannten Trennungsunterhalt. Dieser Anspruch erlischt, sobald die Scheidung rechtskräftig wird. Doch was muss nun beim nachehelichen Unterhalt, also jenem, der nach der Scheidung gezahlt wird, beachtet werden?

  • Er kann ab dem Zeitpunkt der Scheidung beansprucht werden.
  • JEDER der beiden ist zunächst einmal dazu verpflichtet, für seinen Unterhalt selbst aufzukommen. Wer dazu nicht in der Lage ist, der hat Anspruch auf Unterhalt.
  • Dieser Unterhalt umfasst sämtlichen Lebensbedarf des Unterhaltsberechtigten – siehe § 1578 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).
  • Die Höhe richtet sich dabei laut § 1578 BGB nach den ehelichen Lebensverhältnissen, die zum Zeitpunkt ihrer Scheidung bestanden.
  • Dabei geht man vom Bruttoeinkommen beider Noch Eheleute aus. Ausgaben wie Miete, Versicherungen, Altersvorsorge etc. werden von diesem Betrag abgezogen.
  • Beide sind dazu verpflichtet, einander Auskunft über das jeweilige Vermögen und die Einkünfte zu geben.

Ebenfalls wichtig: Ein nachehelicher Unterhalt kann nur dann verlangt werden, wenn derjenige, der zahlen muss, auch wirtschaftlich leistungsfähig ist. Ihm steht in diesem Zusammenhang ein gewisser monatlicher Betrag von 1.200 Euro netto zu. Verdient einer der beiden sehr gut, muss berücksichtigt werden, dass ein Teil seiner Einkünfte auch für die Vermögensbildung herangezogen wird.

 

Dies bedeutet, dass der geschiedene Partner, der Unterhalt einfordert, arbeiten gehen muss – doch nicht zu jedem Preis. Er wird also nicht jede Tätigkeit übernehmen müssen. Und natürlich muss auch etwas für die Kinder an denjenigen gezahlt werden, der das Sorgerecht bekommt (berechtigt sind diese bis zum 21. Lebensjahr, die noch bei einem Elternteil leben, sich in der schulischen Ausbildung befinden.) Achtung: Dieser Unterhalt hat Vorrang vor der nachehelichen Variante!

  • Jeder ist also nach der Scheidung für sich selbst und seinen Unterhalt verantwortlich.
  • Ausnahme: Einer der beiden kann sich nicht selbst versorgen (sogenannte Unterhaltstatbestände, §§ 1570 bis 1576 BGB). Mögliche Gründe können sein: Alter, Krankheit, Kindesbetreuung, Erwerbslosigkeit.
  • Darüber hinaus besteht nur dann ein Anspruch, wenn derjenige, der zahlen muss, genug verdient. Denn auch auf seine eigenen Bedürfnisse und wirtschaftlichen Verhältnisse muss natürlich Rücksicht genommen werden – siehe § 1581 BGB.

In diesem Zusammenhang spricht man von der sogenannten Billigkeit. Das ist ein wichtiger Begriff für das Unterhaltsrecht, den wir an dieser Stelle kurz erläutern möchten. Er wird immer dann genannt, wenn es dem Gesetzgeber nicht möglich ist, den jeweiligen Rechtssatz genauer zu formulieren. Es kommt also auf die jeweiligen Umstände im einzelnen Fall drauf an. Und eine Rechtsprüfung muss erfolgen. Ergibt diese, dass der Unterhalt zwar besteht, doch nicht fair ist, kann er abgeändert werden. Was aber bedeutet dies in der Praxis? meist dies, dass der Unterhalt nur für einen gewissen Zeitraum oder in einer begrenzten Höhe gezahlt wird.

 

Du siehst: Der nacheheliche Unterhalt ist weitaus strenger geregelt und an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft – beim Trennungsunterhalt ist dies nicht in dem Maße der Fall. Umso wichtiger ist es daher, sich gründlich vorab zu informieren!