Unterhalt bei Trennung

Du willst wissen, wer wie viel Unterhalt bei Trennung zahlen muss? Wie das vom Gesetz her geregelt ist? Und was Du alles zum Thema wissen solltest? Wir haben uns ausführlich mit dem Thema befasst. und möchten Dir hier unsere Antworten liefern!


Wann besteht ein Recht auf Unterhalt der Ehefrau nach Scheidung?

Sobald man getrennt ist, hat der eine Ehegatte – in der Regel wird das die Frau sein – einen Anspruch darauf, dass Unterhalt gezahlt wird – der sogenannte Trennungsunterhalt. Dieser Anspruch besteht dann, wenn einer der beiden mehr verdient. Und diesem auch noch genug Geld nach dem Zahlen des Unterhalts verbleibt, so dass er gut davon leben kann.

Dieser Anspruch besteht ab dem Zeitpunkt der Trennung – und geht bis zur Scheidung. Ist diese rechtskräftig, kann ebenfalls ein Anspruch auf Unterhalt bestehen – dann ist aber von einem nachehelichen Unterhalt zu sprechen.

Schauen wir uns aber erst einmal den Trennungsunterhalt an. Für diesen müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  1. Getrennt leben beider Ehegatten
  2. Bedürftigkeit desjenigen, der den Anspruch stellt
  3. Leistungsfähigkeit desjenigen, der den  Unterhalts zahlen  muss
  4. kein Ausschlussgrund

 

Gehen wir nun auf diese Punkte kurz ein: Erstens müssen beide getrennt leben – also eine getrennte Haushaltsführung muss vorliegen und nachgewiesen werden können. Außerdem kann nur derjenige Unterhalt verlangen, der auch bedürftig ist – also seinen Unterhalt nicht alleine finanzieren kann (Maßstab ist dabei der bisherige Lebensstandard). In diesem Zusammenhang wird zunächst der monatliche finanzielle Bedarf festgestellt. Und dann geprüft, in welchem Maße der Zahlungspflichtige diesen Bedarf aufbringen kann. Die Grundlage bildet hierbei die sogenannte Düsseldorfer Tabelle.

Hier mal zwei Beispiele:

Der Ehemann erhältt ein bereinigtes Einkommen in Höhe von 3.500 € netto im Monat. Die ebenfalls berufstätige Ehefrau verdient 1.400 € netto im Monat. Der Gesamtbedarf beider beträgt 4.200 € (laut Tabelle (3.500 € – 3.500 € x 1/7) + (1.400 € – 1.400 € x 1/7)). Der Bedarf der Frau beläuft sich somit auf die Hälfte des Betrags, also auf 2.100 €.

Beispiel (2)

Der Ehemann erhält ein Arbeitseinkommen in Höhe von 2.030 € netto im Monat. Die Ehefrau verfügt über keinerlei Einkommen. Der Gesamtbedarf beider beträgt somit 1.740 € (2.030 € – 2.030 € x 1/7). Es wird ein Bedarf von  870 €, also der Hälfte dieses Betrags, ermittelt.

Du siehst: dabei wird das bereinigte Nettoeinkommen heran gezogen. dafür müssen alle Einkünfte addiert werden – also Arbeitseinkommen, das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Mieteinnahmen, Kapitalerträge, etc. Schwanken diese Einkünfte, wird ein Durchschnittsbetrag angesetzt. Meist wird dies für einen Zeitraum von zwölf Monaten, bei Selbstständigen von drei Jahren sein. Von dieser Summe gehen nun bestimmte Ausgaben wie Sozialabgaben, Steuern, berufsbedingte Aufwendungen (meist 5 %) ab.

Nun wird festgestellt, in welchem Maße derjenige, der Unterhalt fordert, bedürftig ist. Dies gilt nur dann, wenn der Bedarf nicht aus eigener Kraft und aus dem eigenen Vermögen abgedeckt werden kann. Dabei wird das eigene Einkommen von dem ermittelten Bedarf abgezogen.

 

Doch Achtung: Es ist nicht zwingend, dass der eine auch wirklich Unterhalt zahlen muss. Schließlich ist eine weitere Voraussetzung dafür, dass er in wirtschaftlicher Hinsicht leistungsfähig ist. Das bedeutet: Er selbst muss noc ausreichend Geld im Monat zur Verfügung haben um seinen eigenen Unterhalt zu bestreiten. Dieser Mindestbetrag, der nicht angetastet werden darf, ist der Selbstbehalt. Er muss also nur dann zahlen, wenn sein Einkommen diese Summe von 1.200 Euro im Monat übersteigt.