Trennung ohne Scheidung

Du willst mehr über das Thema Trennung ohne Scheidung erfahren? Welche Vorteile hat ein solches Arrangement? Was sind die wesentlichen Unterschiede? Wir haben uns mit genau diesen Fragen eingehend befasst. Und möchten Dir in dem folgenden Beitrag sagen, ob diese Variante wirklich sinnvoll und empfehlenswert ist!



 

Was sind die Trennung ohne Scheidung Vor- und Nachteile?

Gehen wir zunächst einmal auf die beiden Begriffe ein – und deren Definition. Unter einer Trennung versteht man Folgendes:

  • Die Ehegatten leben getrennt.
  • Mindestens einer der beiden will die Ehe nicht wiederherstellen.
  • Es liegt keine häusliche Gemeinschaft vor.

Und was ist mit der Scheidung? Diese weist folgende Merkmale auf:

  • Es handelt sich um eine rechtlich formelle Ehe Auflösung.
  • Dies erfolgt durch eine gerichtliche Entscheidung.

Sie geht also noch einen Schritt weiter. Viele ziehen nun eine Trennung ohne Scheidung in Betracht, um weiterhin in der Steuerklasse bleiben zu können. Dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum! Denn schon durch die Trennung erfolgt in der Regel eine Änderung in dieser Hinsicht – Achtung, der Wechsel muss selbständig zum ersten Kalenderjahr nach Stichtag beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Bei Zweifeln wird auch gerne mal direkt nachgeprüft, daher sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

 

In Sachen Krankenversicherung ändert sich zunächst nichts – wenn der eine aufgrund des geringen Einkommens beim Ehegatten mitversichert ist. Hat Ersterer jedoch eine Stelle und bezieht mehr Gehalt, hat diese Regelung keine Gültigkeit mehr – und bei einer Scheidung ohnehin nicht.

Wir wollen noch auf das Thema Kindesunterhalt eingehen – dies wird schon bei der Trennung aktuell. Wer auszieht und keine Pflege und Erziehung leistet, ist zu Kindesunterhalt verpflichtet. Wie viel, darüber kann die sogenannte Düsseldorfer Tabelle Auskunft geben.

Und was ist mit dem Trennungsunterhalt? Dieser ist in § 1361 BGB gesetzlich verankert. Bis zur Scheidung kann derjenige, der weniger verdient, auf diese Weise unterstützt werden. Selbst dann, wenn die Trennungszeit lang andauert. Durch die Scheidung wird allerdings auch diese Regelung aufgehoben. Hier kommen dann Ehegattenunterhalt und Zugewinnausgleich mit ins Spiel. Das Gleiche gilt für den sogenannten Versorgungsausgleich. Zu beachten ist, dass sämtliche Beiträge wie etwa Rentenversicherung etc mit berücksichtigt werden. Eine lange Trennung kann also zu einem höheren Versorgungsausgleich führen!

 

Ist eine Trennung ohne Scheidung also sinnvoll oder eher nicht? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt. Und so eindeutig lässt sie sich leider nicht beantworten. Es kommt, wie so oft, auf die jeweiligen Umstände an. Und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er einen klaren Strich ziehen möchte oder sich doch lieber eine Hintertür offen lassen will.

Allerdings hätten wir an dieser Stelle noch einen Tipp: Einige Punkte wie etwa Ehegattenunterhalt oder Kindesunterhalt können schon im Vorfeld abgeklärt werden – etwa, ob diese und von wem und in welcher Höhe gezahlt werden. Dies kann übrigens auch ohne Anwalt geschehen. Sollte es zur Scheidung kommen, liegt dann schon eine Erklärung vor. Und der gesamte Prozess kann im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung deutlich schneller (und auch günstiger) über die Bühne gebracht werden. Das ist natürlich sehr angenehm und sollte daher im Interesse der beiden Beteiligten liegen.