Männer mit Bindungsangst erobern

Du willst Männer mit Bindungsangst erobern? Ohne, dass es dabei zu offensichtlich wird, ohne, dass sie sich dabei überrumpelt fühlen? Und am Ende doch noch die Flucht ergreifen? Wir haben uns diese Herausforderung sehr genau angeschaut – und stehen Dir hier Rede und Antwort!

Was ist das Verhalten bei Bindungsangst?

Bindungsunwillige Männer – dieses Thema ist in den letzten Jahren deutlich präsenter geworden. Und dies auch nicht völlig ohne Grund. Denn, so scheint es: Durch die zunehmende Digitalisierung, Vernetzung und durch die Globalisierung hat sich auch das (männliche) Paarverhalten erheblich verändert.  Man(n) ist nun permanent online, kann vergleichen, kann sich stets ablenken lassen – die Bereitschaft, sich wirklich auf etwas (bzw. jemanden) einzulassen, und das für eine längere Zeit, hat erheblich abgenommen. Das ist vor allem in der jüngeren Generation zu beobachten.

Die große Auswahl an Flirtportalen und an Partnerbörsen, an Apps wie Tindr und Co. hat daran erheblichen Anteil. Denn wie soll man(n) sich nur entscheiden können, welche der zahlreichen Damen die Richtige für ihn ist? Gibt es so etwas überhaupt noch: die einzig wahre Liebe, die das ganze Leben lang hält? Oder ist dies eine Vorstellung, die längst überholt ist, der Vergangenheit angehört? Die vielleicht zu unseren Eltern und Großeltern gepasst hat – doch in der heutigen Zeit nicht mehr?

All das sind Fragen, die mehr oder weniger offensichtlich im Raum stehen. Mit denen man(n) sich mehr oder weniger stark auseinandersetzt. Und dies verstärkt die Bindungsangst nur noch…

  • Die Angst, sich jemandem zu verpflichten.
  • Für eine längere Zeit.
  • Sich gefühlsmäßig an jemanden zu binden, in gewisser Weise auszuliefern.

Denn so sehen es manche: sich jemandem auszuliefern. Man gibt Kontrolle aus der Hand, ist abhängig vom Anderen, was dieser mit einem macht – und das löst bei vielen Panik aus. Die schönen Seiten der Liebe, die vielen schönen Seiten einer Beziehung werden nicht gesehen – vielmehr erscheint nur das Negative. Der Verlust der Freiheit (zumindest der vermeintliche). Und die Angst davor, verletzt zu werden.

 

Häufig kommen in diesem Zusammenhang alte und ungute Erinnerungen hoch. Wie es damals war, als man von der ersten großen Liebe sitzen gelassen wurde. Wie allein und schutzlos man sich damals gefühlt hat, wie wertlos. Das soll nicht noch einmal passieren – auch deshalb hält man die Gefühle so gut es geht unter Verschluss. Um sich vermeintlich zu schützen. Dabei wird übersehen, wie viel man sich doch selbst versagt. Doch ist das ein Preis, den man bereit ist, zu entrichten – in diesem Moment zumindest.

Man redet sich ein, überhaupt keine Beziehung zu brauchen, zu wollen. Zumindest keine, die tiefer geht, die eine große emotionale Bindung aufbaut. Stattdessen zieht man sich mehr oder weniger abrupt zurück, wenn es ernst zu werden droht – ohne sich dem Gegenüber wirklich zu erklären.

 

Vielleicht kommen auch negative Erinnerungen an die Kindheit mit hoch. Wie etwa damals, als die Eltern sich scheiden ließen und man sich plötzlich sehr alleine fühlte. Es kann in dieser Hinsicht sehr vieles zusammenkommen – und eben dazu führen, dass eine Bindungsangst vorhanden ist. Und dass man ganz schnell die Flucht ergreift, sobald es „brenzlig“ wird – einmal mehr.

Wie mit Bindungsangst umgehen?

Doch was heißt das nun für Dich? Wie solltest Du Dich verhalten, wenn Du einem Mann mit Bindungsangst gegenüber stehst? Wenn Du ein Interesse an ihm hast, ihn näher kennenlernen möchtest? Wie kannst Du es schaffen, ihn zu erobern, ohne ihn zu vergraulen?

  • Setze ihn nicht unter Druck!
  • Und sage ihm nicht gleich nach fünf Minuten, dass er Deine große Liebe ist.

Dann fühlt er sich nämlich nur in die Ecke gedrängt und wird die Flucht ergreifen. Es hilft in den meisten Fällen, ihm Zeit zu lassen. Vertrauen aufzubauen, Stück für Stück, nach und nach. Das kann natürlich dauern – daher solltest Du bereit sein, einen längeren Atem zu haben. Nicht gleich aufzugeben. Sondern ihm zu zeigen: „Ich bin da – und ich gehe erst einmal nicht weg. Das ist in Ordnung so – denn ich mag und schätze Dich genauso, wie Du bist.“

rede mit ihm darüber, dass auch Du Angst hast. Angst davor, verletzt zu werden. Angst, von ihm verlassen zu werden. Doch dass Du bereit bist, dieses Wagnis auch einzugehen. Weil Liebe nun mal immer ein gewisses Wagnis bedeutet.

Er hat eine große Schutzmauer um sich aufgebaut – und ist damit auch lange Zeit nicht schlecht gefahren. Diese Mauer wird er erst einmal verteidigen – und zumindest zunächst reflexhaft abwehren. Sei Dir dessen bewusst und gehe verständnisvoll damit um. Sei offen mit ihm – Ehrlichkeit hilft sehr viel dabei, diese Mauern niederzureißen bzw. abzutragen, nach und nach. Denn Ehrlichkeit ist entwaffnend. Und baut Vertrauen auf.

 

Gerade auf das Vertrauen kommt es in diesem Zusammenhang an. Schließlich ist das etwas, das er  niemals wirklich gelernt hat, vor dem er mehr oder weniger unbewusst zurückscheut. Umso wichtiger ist es daher, diese Ebene zu etablieren, zu festigen. Und so ein solides Fundament für die Beziehung zu bauen.

Dafür ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Manche versucht es auch, es zunächst bei einer lockeren Partnerschaft zu belassen – und ihn dann Schritt für Schritt in Richtung feste Beziehung zu bringen. Das ist eine Taktik, die aufgehen kann – doch sei Dir bewusst, dass hierbei ein großes Risiko herrscht. Tue daher das, was Dir mehr entspricht – das ist die richtige Strategie für Dich.