Depression durch Liebeskummer

Kann es zu einer Depression durch Liebeskummer kommen? Wie bedingt sich das gegenseitig und was sind die klassischen Symptome? Und wie lässt sich die Depression Liebeskummer behandeln? Wir haben mit einem Experten darüber gesprochen!


Schwere Depression durch Liebeskummer?

Liebeskummer ist stets eine sehr schmerzhafte Erfahrung – die sehr viel von einem selbst abverlangt. Die einen an die eigenen Grenzen bringt.

Was manchen in diesem Zusammenhang vielleicht ein wenig verblüfft: Die Symptome von Depression und Liebeskummer gleichen sich mitunter sehr. Schauen wir uns das mal genauer an:

  • depressive Stimmung und Traurigkeit, sowie Freud- und Interesselosigkeit

  • Wut und Schuldgefühle gegenüber sich selbst

  • Antriebs-, Schlaf- und Konzentrationsstörungen

  • Gefühle innerer Leere und Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit sowie Zukunftsangst

  • Verlust der Libido

  • tiefe Verzweiflung, mitunter sogar Suizidgedanken

  • Störung des Essverhaltens (Appetitlosigkeit oder „Fresssucht“)

  • u.v.m.

Experten haben mittlerweile erkannt: „Einschneidende Änderungen und bedeutende Stressfaktoren wie der Tod oder Verlust eines geliebten Menschen oder der Verlust der Arbeitsstelle“ können letzten Endes dazu führen, dass eine Depression ausgelöst wird. Eine Definition, die auch den Liebeskummer perfekt zusammenfasst und auf den Punkt bringt.

Wie Depression nach Trennung überwinden?

Zunächst einmal , so unser Experte, ist es völlig nochmal, nach dem Aus der Beziehung um diese zu trauern. Und sich verunsichert und auch deprimiert zu führen. Meist dauert es mehrere Wochen, bis der größte Trennungsschmerz abgeklungen ist – dabei spielt auch eine Rolle, wie lange die Beziehung gedauert hat und wie intensiv die Gefühle waren.

Wichtig ist dabei jedoch, Gefühle wie Wut, Trauer und auch Verzweiflung nicht zu unterdrücken. Sondern zuzulassen, aktiv als eine Transformationshilfe zu nutzen. So findet man für sich selbst heraus, dass man stark genug ist, auch diese sehr schwierige Situation zu überstehen. Die Erfahrung, nach und nach wieder zu sich selbst zu finden, sich auf seine persönlichen Bedürfnisse konzentrieren zu können, ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

Wer hier zu schnell zu Medikamenten greift, tut sich selbst keinen Gefallen. Denn, so unser Experte: „Setzt man hier zu früh zum Beispiel mit einer medikamentösen Behandlung mit stimmungsaufhellenden Medikamenten an, wird die Chance auf echte „Veränderungen durch Arbeit an sich selbst“ vergeben. Probleme werden zugedeckt, statt erlöst und treten so oder ähnlich meist in der nächsten Beziehung wieder auf.“ Daher: Greife nur dann zu Tabletten und Co. Wenn dies auch von Seiten des Arztes oder Therapeuten angeraten wurde!

Schauen wir uns aber nun noch an, wann aus einem „normalen“ Liebeskummer eine behandlungswürdige, klinische Depression wird. Klar ist: Letztere kann durch das Verlassen werden, den Herzschmerz ausgelöst werden. Doch wo liegt die Grenze? Noch einmal unser Experte: „In der psychotherapeutischen Praxis wird dazu unter anderem der Zeitfaktor herangezogen: Sobald der Zustand depressiver Symptome nach einer Trennung länger als 6-8 Wochen anhält, sollte eine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung wie bei einer Depression angedacht werden. Neben der Dauer wird auch die Schwere der Symptome beachtet: Inwieweit sie mit Beruf, Essen, Schlafen oder sonstigen Aktivitäten des normalen Lebens in Konflikt geraten. Und selbstverständlich zählen Todessehnsüchte oder Selbstmordgedanken zu eindeutigen Warnsignalen, die auf eine klinische Depression und nicht mehr nur auf normalen Liebeskummer hindeuten.“ Schaue daher genau hin, ob dies auf Dich selbst und Deine Situation zutrifft! Eine Depression sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Und schnellstmöglich etwas gegen diese tun!