Kontaktsperre

Du bist am Überlegen, ob Du eine Kontaktsperre einleiten sollst? Doch was bringt das überhaupt, was ist der Sinn dahinter? Und was gibt es in dieser Hinsicht alles zu beachten? Alle wichtigen Infos zu diesem Thema erfährst Du hier bei uns!


Was zeigen die Kontaktsperre Erfahrungen?

Die Trennung wird in der Regel begleitet von intensiven Gefühlen, die zum Teil sehr, sehr schmerzhaft ausfallen. Gefühlen wie Trauer, darüber, dass der Traum einer gemeinsamen Zukunft für immer und ewig so einfach platzen konnte. Schmerz, auch Verzweiflung ist in diesem Zusammenhang eine – leider – sehr typische Reaktion. All das sind Gefühle und Empfindungen, die einen selbst an die eigenen Grenzen bringen.

Jetzt den oder die Ex, die verlorene Liebe ständig vor Augen zu haben, ihn oder sie noch auf die ein oder andere Weise im Leben zu wissen, das erschwert die Dinge noch einmal zusätzlich. Das haben uns die Erfahrungen in dieser Hinsicht eindeutig gezeigt! Denn so fällt es umso vieles schwerer, los zu lassen, eines Tages endlich wieder nach vorne schauen zu können.

An dieser Stelle möchten wir einen kurzen Erfahrungsbericht mit Dir teilen:

Anja, 33:

„Nachdem mein Ex und ich uns getrennt haben, war ich wie am Boden zerstört. Für mich kam die Trennung sehr überraschend, ich habe nichts geahnt. Und gedacht, dass wir beide eine gute Partnerschaft führen. Dass er mit mir glücklich ist.

Als er mir dann gesagt hat, dass es zwischen uns aus ist, weil er, der Klassiker, eine Andere kennengelernt hat, war das wie ein Schlag in die Magengrube. Ich fühlte mich, als ob ich gegen eine Wand gelaufen bin, ich war wie betäubt und konnte nicht mehr klar denken.

Anfangs wollte ich es auch nicht wahrhaben, habe immer noch gehofft. Nach einigen Tagen kam dann die Erkenntnis, dass er es wirklich ernst meint und dann kamen all die Gefühle in mir hoch. Ich hätte es nicht ertragen, ihn zu diesem Zeitpunkt zu sehen und war sehr, sehr froh, dass er gleich zu seiner Neuen gezogen ist, die in einem anderen Stadtteil wohnt. So musste ich nicht befürchten, ihn beim Einkaufen oder so zu sehen.

Klar, die Versuchung war schon da, ihn anzurufen, ihm eine Nachricht zu schicken. Doch wusste ich instinktiv, dass es das Beste für mich ist, wenn ich ihn ganz aus meinem Leben streiche. Gerade nach der Trennung wäre es zu viel gewesen, ihn zu sehen. Ihn zu sehen und zu wissen: „Ich habe ihn wirklich verloren. Er ist nicht mehr Bestandteil meines Lebens.“

Ich wusste irgendwie, wie wichtig es ist, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Und die Trennung erst einmal zu verarbeiten. Das sind ja keine Kleinigkeiten, ganz im Gegenteil. Das war schon eine harte Zeit und das durchzustehen UND dabei mit ihm auch weiterhin in Kontakt zu sein – nein, das wäre nicht gut gewesen. Ich habe das bei einer Freundin beobachtet, die ebenfalls von ihrem Ex verlassen wurde. Und die wegen der Kinder noch in Kontakt bleiben mussten. Bei jedem Treffen, so kurz es auch war, kamen die Gefühle in ihr wieder hoch. Sie hat so viel länger gebraucht, bis sie alles verarbeiten und wieder nach vorne schauen konnte. Einfach, weil ER immer noch irgendwie in ihrem Leben war. Und sie in manchen Momenten gehofft hat, dass er doch wieder zurück kommt.

Bei mir war das zum Glück nicht so und darüber bin ich sehr, sehr froh. Ja, die ersten Monate ohne ihn waren hart, das ist eigentlich auch nicht so verwunderlich nach vier Jahren Beziehung. Und in manchen Momenten habe ich mich gefühlt, als ob man mir ein Teil meines Körpers abgeschnitten, amputiert hätte. Die Sehnsucht, der Drang, ihn anzurufen, der war da, keine Frage. Doch zum Glück wusste ich, wie weh mir das tun würde. Und zum Glück haben mich meine Freundinnen überredet, alle Kontaktdaten von ihm zu löschen. Ich gebe es zu, ein Mal bin ich schwach geworden und wollte auf sein Facebook Account schauen. Doch war der zum Glück als privat eingestellt, so dass das gar nicht ging. Ich habe ihn dann gegoogelt und dabei gemerkt: „Achtung, jetzt wird’s gefährlich.“ Zum Glück hat dann das Telefon geklingelt, meine Mutter war dran und konnte mich so ablenken.

Ich weiß noch genau den Moment, in dem ich gemerkt habe: „Hey, eigentlich vermisse ich ihn gar nicht mehr.“ Das Bedürfnis, ihn zu sehen, das vorher immer noch da war, wenn auch schwach und gut versteckt, das war weg. Und das hat mir so gut getan. Daher kann ich nur jedem empfehlen, eine Kontaktsperre einzuleiten, zumindest für die erste Zeit nach der Trennung. Sonst hätte ich es nicht so schnell geschafft…“

Wie die Kontaktsperre durchhalten?

Anja hat einen sehr wichtigen Punkt in ihrem Bericht erwähnt: das Durchhalten der Kontaktsperre. Denn mal ganz ehrlich: Jeder von uns kennt diese Momente, in denen man plötzlich wieder an ihn oder sie denken muss, ob man will oder nicht. Auf einmal ist ER oder SIE wieder da, und geht einem nicht mehr aus dem Sinn.

Der Drang, ihn oder sie zu kontaktieren, wird groß, übermächtig. Jetzt standhaft zu bleiben, diesem Verlangen nicht nachzugeben, das verlangt einige von einem selbst ab – vor allem in Sachen Disziplin. Wie aber soll man es schaffen, stark zu bleiben? Was für Tricks gibt es?

Der erste Schritt ist es, die Kontaktdaten auch wirklich zu löschen. Das gilt für E Mail und Telefon- sowie Handynummer. Aber auch für Facebook und Co. Lösche ihn oder sie wirklich aus dem Kreis der Personen, die Zugriff auf Deinen Account haben – nicht, dass Du auf die Idee kommst, ständig seinen oder ihren Status checken zu müssen. (Dabei hilft es, dass die meisten der Accounts als privat eingestellt sind.) Gut, die Telefonnummer hat man meist im Kopf eingespeichert – und ob man will oder nicht, diese Zahlenkombination vergisst man nicht so schnell. Das ist schon eine kleine Herausforderung.

Wenn Du merkst, dass es wieder schwierig für Dich wird: Frage Dich, WARUM Du ihn oder sie eigentlich kontaktieren möchtest. Was Deine Gründe dafür sind. Sei dabei bitte unbedingt ehrlich zu Dir selbst. Meist geschieht dies deshalb, weil man sich gerade einsam fühlt. Ablenkung ist jetzt angesagt – am besten Du triffst Dich mit einem guten Freund/ einer guten Freundin, tauscht Dich aus. Das hilft in solchen Momenten schon sehr – und wenn Du diese überstanden hast, gehst Du umso stärker daraus hervor.